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Bericht Datenschutz und Datensicherheit 2010

Darüber hinaus haben Aspekte des Datenschutzes und der Datensicher­ heit Einfluss auf die Entwicklung von Produkten und Diensten genommen, die sich derzeit in der Produkteinführungsphase befinden. Sie wurden damit von der Idee bis zur Produkteinführung konsequent berücksichtigt: Mobile Wallet („Mobile Brieftasche“): Bei dieser Neuentwicklung wird das Mobiltelefon mit so genannter Near­Field­Communications (NFC) – Tech­ nologie für den Zahlungsverkehr und die Bündelung von Kundenkarten genutzt, wird also quasi zur mobilen Brieftasche. Nutzer der neuen Tech­ nologie können ihre Bank­ und Kundendaten auf der SIM­Karte speichern lassen, mit der der Netzbetreiber seine eigenen Dienste schützt. Da die Programme und Sicherheitsmechanismen von den Banken und Instituten, jedoch nicht vom Betreiber eingesehen werden können und die Auswahl etwa eines Bezahldienstes dem Nutzer überlassen ist, wird Missbrauch erschwert, während ein anonymes Prepaid­Konto den Schutz der Privat­ sphäre gewährleistet. Home Management-Anwendungen: Das Haus beziehungsweise die Woh­ nung der Zukunft ist vernetzt: Der Staubsauger, der ausgeht, wenn das Telefon klingelt. Die Alarmanlage, die eine Kurzmitteilung (SMS) schreibt, wenn sie eine Bewegung im Zimmer registriert. Keine Zukunftsszenarien mehr, sondern technisch realisierbar. Standardisierte Bedienkonzepte, Vertraulichkeit der Dateninhalte, Datenhoheit der Anwender, Transparenz und Kontrolle von Zugriffsberechtigungen sind dabei nur einige daten­ schutzrechtliche Herausforderungen, für die an Lösungen gearbeitet wird. Gleichzeitig geht es darum, für die potentiellen Nutzer zukünftiger Home Networks praktikable, sichere und vertrauenswürdige Lösungen anbieten zu können. Ausblick – Datenschutz und Datensicherheit 2011. Enthüllungen von Wikileaks, Industrieviren wie Stuxnet, aber auch Diskus­ sionen darüber, was im Zeitalter des Internets die Begriffe „privat“ und „öffentlich“ bedeuten, waren Themen des vergangenen Jahres, die auch im Jahr 2011 auf der Agenda bleiben werden. Über die Verwendung persönlicher Daten durch soziale Netzwerke kam 2010 verstärkt auch eine Diskussion über das Löschen solcher Daten im Netz auf. Ideen wie die eines „digitalen Radiergummis“ oder eines Verfallsdatums für bestimmte Inhalte werden auch in den kommenden Monaten diskutiert werden. Im größeren Zusammenhang reicht die Debatte an Themen wie das Recht auf Vergessen und die Grenzen des Privaten im Zeitalter des Internets heran. Diese Diskussionen werden sicherlich über einen längeren Zeit­ raum immer wieder geführt werden. Auf dem Gebiet der technischen Entwicklungen von Produkten und Anwendungen wird das Prinzip der digitalen Vernetzung auch im Jahr 2011 weiter ausgebaut und damit weitere oder auch neue Fragen nach Datenschutz und Datensicherheit aufwerfen. Cloud­ oder Dynamic Computing sorgt nicht nur bei Geschäftskunden für innovative Lösun­ gen. Auch private Nutzer werden ihre Daten und ihre Software nicht mehr auf dem Computer zu Hause oder auf dem Smartphone speichern. Von überall werden sie auf die Server zentraler Rechenzentren zugreifen, deren Schutzniveau zwar das eines durchschnittlichen Computers zu Hause bei weitem überschreitet – aber als Rechenzentrum natürlich auch Ziel von Angriffen werden könnte. Die ressourcensparende Stromnetz­ Steuerung wird in den kommenden Jahren ausgebaut; Lösungen für intelli­ gent kommunizierende Geräte zu Hause werden bald selbstverständlich sein. Bei all diesen Entwicklungen werden die Themen Datenschutz und Datensicherheit in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Die Deutsche Telekom trägt diesem gestiegenen Bedarf Rechnung: Im Jahr 2011 rollt das Unternehmen ein im Inland bereits praktiziertes Verfahren, das die Einbindung von Datenschutz und Datensicherheit schon in der Entwick­ lungsphase von Produkten und Dienstleistungen vorschreibt, weltweit aus (siehe Seite 33). Damit schafft der Konzern einen einheitlichen Schutz­ und Sicherheitsstandard seiner Produkte und Leistungen. Technische Innovationen etwa im Bereich des Dynamic Computing oder der vernetz­ ten Lebenswelt zu Hause wird die Deutsche Telekom mit Nachdruck unter dem Fokus Datenschutz und Datensicherheit begleiten und ein hohes Schutz­ und Sicherheitsniveau als Wettbewerbsvorteil ausbauen. Der Angriff von Stuxnet auf iranische Atomanlagen im Jahr 2010 hat gezeigt: Unternehmen und Einrichtungen, die ihre Daten und Systeme sichern und schützen wollen, müssen künftig eine neue digitale Bedrohung mit ins Kalkül ziehen. Neben dem Umgang mit technischen Aspekten der Sicher­ heit wird für Unternehmen wichtiger, dass sie ihre Führungskräfte und Mitarbeiter für einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten sensibilisie­ ren und verdeutlichen, wie leicht Nachlässigkeiten zu Schäden für Unter­ nehmen führen können. Gleichzeitig werden Unternehmen sich auch davor schützen müssen, dass Mitarbeiter vertrauliche Informationen preis­ geben, um dem Unternehmen zu schaden. Hier hat die Deutsche Telekom nach den Datenskandalen der Vergangenheit wichtige Grundsteine für eine neue, moderne Unternehmenskultur gelegt, in der die Mitarbeiter mit ihren Anliegen ernst genommen werden, in der aber auch gleichzeitig transparente Regeln aufgestellt und im Zweifelsfall sanktioniert werden. Diese Kultur wird das Unternehmen ausbauen und stärken. Auf der tech­ nischen Seite wird die Deutsche Telekom 2011 Systeme und Prozesse kontinuierlich weiterentwickeln, um Angreifern immer einen Schritt voraus zu sein. Zudem wird sie ihre Schulungsmaßnahmen und Kampagnen für Datenschutz und Datensicherheit auf Aktualität prüfen und nachjustieren, wo Bedarf herrscht. Auf gesetzlicher Ebene stehen im Jahr 2011 unter anderem die Unter­ zeichnung des „Rote­Linie­Gesetzes“ , eine Novellierung des Beschäf­ tigtendatenschutzes sowie eine Novellierung der EU­Datenschutzrichtlinie an. Die Deutsche Telekom wird sich intensiv in die Diskussion rund um Gesetzesänderungen einbringen und beschlossene Gesetze und Novellen unverzüglich umsetzen und anwenden. 13Lagebericht