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Deutsche Telekom - Das Geschäftsjahr 2007

Prof. Dr. Norbert Bolz, 1953 in Ludwigshafen geboren, gilt mit seinem Background als Philosoph und Medientheoretiker als einer der spannendsten Vordenker Deutschlands. Er lehrt am Institut f r Sprache und Kommunikation an der Technischen Universit t Berlin und setzte sich u.a. in B chern wie „Die Wirtschaft des Unsichtbaren“ (1999) oder „Das konsumistische Manifest“ (2002) mit gesellschaftlichen Umbr chen und Neubewertungen auseinander, die das Medienzeitalter mit sich bringt. Die Reaktionen auf seine j ngste Ver ffentlichung „Die Helden der Familie“ (2006) zeigen einmal mehr, dass er dem Mainstream immer einen Schritt voraus ist. Kein Zukunftsforscher h tte voraussehen k nnen, dass der Blog, das ins Netz gestellte Tagebuch von allen und jedem, zur gr ßten Herausforde- rung der Mainstream-Medien werden k nnte. Vor zehn Jahren hat E-Commerce aus dem Internet einen Basar gemacht; Blogging macht heute aus dem Internet eine neue Form der Publizit t, in der alle f reinander Publikum sind. Wer in den Weblogs liest, bemerkt sofort, dass Subjektivit t, Polemik und Parteilichkeit dominie- ren; Authentizit t ist den Bloggern wichtiger als Objektivit t. „Voice“, die authentische Stimme, ist das Charakteristischste des Web 2.0. Der Internet-Stil ist direkt, aufw hlend, personalisiert, dringend, kurz, rechtzeitig, einfach, polemisch, konfessionsartig, offen parteiisch. In Formaten wie MySpace und YouTube greift dieser Bekennt- nis-Stil nun auch auf die Welt der Bilder ber: Broadcast Yourself! Doch auch diese sch ne neue Welt hat ein Problem: Man kann immer nur ein Gespr ch f hren; man kann nicht einer Vorlesung folgen und gleichzeitig einen Roman lesen. Und weil die Pflege von Freundschaften viel Zeit konsu- miert, kann man auch nicht mit vielen Menschen wirklich befreundet sein. Es wird immer billiger zu senden und immer teurer zu empfangen – teurer gemessen nach Zeit und Aufmerksamkeit. Die Aufgabe, die sich uns damit stellt, hat der große Ökonom und Computerwissenschaftler Herbert Simon „Attention Management“ genannt: das Management der Aufmerksamkeit. 34|35

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