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Deutsche Telekom - Das Geschäftsjahr 2008

In ihrer Entscheidung vom 21. Dezember 2007 zum TAL-Standardangebot hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Deutsche Telekom AG insbeson- dere verpflichtet, 333 000 Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) pro Monat im Rahmen einer verbindlichen Planung bereitzustellen. Aufträge, die die Gesamtplanmenge von 333 000 TAL übersteigen, sind im Rahmen der technisch betrieblichen Möglichkeiten bereitzustellen. Im Falle einer ver- späteten Bereitstellung muss die Deutsche Telekom AG folgende Pönalen zahlen: 3,62 € pro Tag für den Tag 1 bis 10; ab Tag 11: 36,19 € pauschal, plus 1,82 € für jeden weiteren Tag. Der Wettbewerber zahlt an die Deutsche Telekom AG 1,82 € pro TAL, wenn er seine angekündigten Planmengen unterschreitet. Damit das TAL-Standardangebot wirksam wird, müssen die bisher gültigen TAL-Verträge gekündigt und neue Vertragsverhältnisse auf Grundlage des TAL-Standardangebots vereinbart werden. Die Deutsche Telekom AG hat gegen die Entscheidung der BNetzA im Januar 2008 Klage erhoben. Die BNetzA hatte im Juni 2007 die Deutsche Telekom verpflichtet, ihren Wettbewerbern den Zugang zu ihren Kabelkanalanlagen (Leerrohren) bzw. – falls freie Leerrohrkapazitäten nicht zur Verfügung stehen – auch zu unbeschalteter Glasfaser einzuräumen sowie den TAL-Zugang ggf. auch in den Kabelverzweigern zu gewähren. Durch Eilbeschluss vom Januar 2008 und Urteil vom April 2008 hat das Verwaltungsgericht Köln den BNetzA- Beschluss im Wesentlichen bestätigt. Die Deutsche Telekom hat Revision beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt. Die Deutsche Telekom sieht sich – wie viele andere große TK/Internet- anbieter auch – einer tendenziell wachsenden Zahl von IPR-Streitfällen (IPR Intellectual Property Rights) ausgesetzt. Für die Deutsche Telekom besteht das Risiko der Zahlung von Lizenzgebühren und/oder Schadens- ersatz. Die Deutsche Telekom beabsichtigt im Übrigen, sich in jedem dieser Gerichts-, Güte- und Schiedsverfahren entschieden zu verteidigen bzw. ihre Ansprüche zu verfolgen. Finanzwirtschaftliche Risiken. Die finanzwirtschaftlichen Risiken des Konzerns resultieren im Wesentlichen aus Liquiditätsrisiken, Ausfallrisiken sowie Währungs- und Zinsrisiken. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Deutschen Telekom sicherzustellen, hält die Deutsche Telekom eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und Barmitteln vor. Hauptsächlich genutzte Instrumente der mittel- bis langfristigen Finanzierung sind Bonds und Medium Term Notes (MTN), jeweils in unterschiedlichen Währungen und Rechtsrahmen. Zum 31. Dezember 2008 stellten 28 Banken der Deutschen Telekom Kredit- linien mit einem Gesamtvolumen von 16,8 Mrd. € zur Verfügung. Neu- emissionen von Bonds und Medium Term Notes lassen sich im aktuellen Umfeld nur in kleineren Volumina und in eingeschränkten Zeitfenstern realisieren. Bei der Prolongation der bilateralen Linien macht sich die Finanzmarktkrise bemerkbar. So verlängern insbesondere Institute, die aufgespalten bzw. von anderen Banken übernommen werden oder eine zu schwache Eigenkapitaldecke haben, ihre Linien in der Regel nicht mehr. Hierdurch nimmt die Anzahl der der Deutschen Telekom bereitstehenden Fazilitäten im Verlauf der Zeit ab. Dennoch stehen der Deutschen Telekom ab der Nichtverlängerung auch diese Linien jeweils für weitere zwei Jahre zur Verfügung. Von den ursprünglich 29 bilateralen Linien ist im Geschäfts- jahr 2008 lediglich die Linie der insolventen Lehman Brothers Commercial Paper Inc. weggefallen. Das Langfrist-Rating der Deutschen Telekom hat sich gegenüber 2007 bei den Ratingagenturen Moody’s und S&P von A3 bzw. A– auf Baa1 bzw. BBB+ verändert. Der Ausblick ist jeweils stabil. Fitch hat das Rating der Deutschen Telekom auf A– mit negativem Ausblick belassen. Ein ver- schlechtertes Rating unter definierte Schwellenwerte hat höhere Zinsen bei einem Teil der emittierten Bonds und Medium Term Notes zur Folge. Das Risiko eines erschwerten Zugangs zum Kapitalmarkt aufgrund eines verschlechterten Ratings schätzt die Deutsche Telekom als eher gering ein. Detaillierte Angaben zu den finanzwirtschaftlichen Risiken finden sich als Anmerkung 43 im Konzernabschluss. Werthaltigkeit des Vermögens der Deutschen Telekom. Der Wert des Vermögens der Deutschen Telekom und deren Tochterunternehmen wird regelmäßig überprüft. Zusätzlich zu den regelmäßigen jährlichen Bewertungen sind in bestimmten Fällen zusätzliche Werthaltigkeitstests durchzuführen. Diese sind beispielsweise erforderlich, wenn infolge von Änderungen im Wirtschafts-, Regulierungs-, Geschäfts- oder Politikumfeld zu vermuten ist, dass sich der Wert von Goodwill, immateriellen Ver- mögensgegenständen oder Gegenständen des Sachanlagevermögens vermindert haben könnte. Ergebnis solcher Werthaltigkeitstests können entsprechende Wertminderungen sein, die aber nicht zu Auszahlungen führen. Das Ergebnis der Deutsche Telekom kann hierdurch in erheb- lichem Umfang gemindert werden; dies könnte den Kurs der T-Aktie und der ADS belasten. 102|103 Der Konzernlagebericht Risiko- und Chancenmanagement

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