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Deutsche Telekom - Das Geschäftsjahr 2010

Mit der Regulierung verbunden sind umfassende Eingriffsbefugnisse in unsere Produkt­ und Preisgestaltung. Das hat erhebliche Auswirkungen auf unser operatives Geschäft. Diese Eingriffe sind für uns nur bedingt vor­ herzusehen und können den bestehenden Preis­ und Wettbewerbsdruck weiter verschärfen. Es ist zu befürchten, dass die regulatorischen Einflüsse in Deutschland und in den anderen europäischen Ländern die Umsatz­ entwicklung im Festnetz­Kernmarkt und im Mobilfunk­Markt mittel­ bis langfristig beeinflussen. Investitionen in den Kundenzugang der nächsten Netzgeneration (Next Generation Access, NGA) erfordern einen modifizierten investitions­ fördernden Regulierungsrahmen, der u.a. eine faire Risikoverteilung zwischen Investor und Zugangsuchenden vorsieht und die nötige Preis­ flexibilität ermöglicht. Andernfalls besteht das Risiko, dass die Wirtschaft­ lichkeit für diese Investitionen nicht wie geplant erreicht werden kann. Novellierte EU­Richtlinien bestimmen, dass das Telekommunikations­ gesetz (TKG), das den wesentlichen Rechtsrahmen für die Regulierung bildet, bis Ende Mai 2011 überarbeitet werden muss. Wesentliches Ziel dieser TKG­Novelle ist die Umsetzung der Richtlinienvorschriften. Diese sollen Anreize für Investitionen in den Aufbau neuer Hochgeschwindig­ keitsnetze setzen. Zudem sind Änderungen durch zusätzliche Vorgaben für den Kundenschutz zu erwarten. Am 20. Januar 2011 haben wir die Entgelte für die Teilnehmeranschluss­ leitung (TAL) neu beantragt. Mit einer Entscheidung dazu rechnen wir im März 2011. Für die wichtigste Leitung, den Zugang zu TAL, wurden 12,90 € beantragt. Die Höhe des TAL­Entgelts ist entscheidend für die Rentabilität einer flächendeckenden Infrastruktur. Zudem setzt sie Anreize für den weiteren Breitbandausbau, insbesondere für den Ausbau neuer Glasfasernetze. Die Beschlüsse über die TAL­Überlassungsentgelte aus dem Jahr 1999 und über die TAL­Einmalentgelte aus den Jahren 2001 und 2002 wurden rechtskräftig aufgehoben. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) muss nun erneut über diese Entgelte entscheiden. Eine formal durch die BNetzA zu beachtende Vorfestlegung zur Entgelthöhe durch das Gericht gibt es nicht. Daher ist prinzipiell offen, ob und in welcher Höhe Entgelte verändert werden. Mit Beschluss vom 20. Januar 2011 genehmigte die BNetzA die TAL­Einmalentgelte 2002 für den Zeitraum April 2002 bis Juni 2003 neu. Im Vergleich zur Entscheidung aus dem Jahr 2002 wurden die Entgelte gesenkt: für die wichtigsten Bereitstellungs­/Übernahmevarianten um 3% bis 8% und für Kündigungsvarianten um 11% bis 15%. Die Entgelt­ entscheidung wurde nur für die im Gerichtsverfahren erfolgreichen Klägerinnen ausgesprochen; Grund dafür ist der in 2002 nach damaligem Telekommunikationsgesetz anzuwendende sog. Einzelvertragsbezug. Netzneutralität. Bis heute gibt es für diesen Begriff noch keine allgemein gültige und zugleich funktional­technisch geeignete Definition. Das Thema Netzneutralität wird verstärkt öffentlich diskutiert. Teilweise wird sogar gefordert, dass alle Datenpakete technisch und wirtschaftlich vollkommen gleich zu behandeln sind. Insbesondere Content­ und Applikationsanbieter setzen auch für die Zukunft voraus, dass die Netzbetreiber ihre Transport­ kapazität stetig erweitern und die Infrastruktur ausbauen. Mit der Umsetzung der neuen europäischen Richtlinienvorgaben in natio­ nales Recht erhalten die nationalen Regulierungsbehörden die Möglichkeit, Mindestanforderungen an die Dienstequalität aufzuerlegen. In Deutsch­ land sind derzeit keine über die Richtlinienumsetzungen hinausgehenden regulatorischen Eingriffe bekannt. Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass der funktionierende Wettbewerb und die vorgesehenen Transparenzverpflichtungen ausreichen, um entsprechenden Veränderungen entgegenzuwirken. Personal. Auch 2010 konnten wir den personellen Umbau in unserem Konzern in Deutschland sozialverträglich gestalten und umsetzen; im Wesentlichen über Abfindungen, Altersteilzeit, Vorruhestand und die von Vivento ange­ botenen Beschäftigungsperspektiven für Beamte und Angestellte, ins­ besondere im öffentlichen Sektor. Auch künftig setzen wir den Personal­ umbau im erforderlichen Umfang fort. Falls sich die entsprechenden Maßnahmen nicht oder nicht im geplanten Ausmaß realisieren lassen, kann sich dies negativ auf unsere Finanzziele und unsere Rentabilität auswirken. Werden Konzerneinheiten, in denen Beamte beschäftigt sind, veräußert, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass diese weiterhin bei der ver­ äußerten Konzerneinheit arbeiten. Dazu muss der Beamte selbst zustimmen bzw. den Antrag stellen. Allerdings besteht das Risiko, dass Beamte, z.B. nach dem Ende der Beurlaubung, von einer veräußerten Einheit zur Deutschen Telekom zurückkehren. Ein solches Rückkehrrecht besteht derzeit für etwa 3 000 Beamte. Dieses Risiko lässt sich etwa durch Kompen­ sationszahlungen reduzieren, aber nicht vollständig vermeiden. 115Zusammengefasster Lagebericht Risiko­ und Chancenmanagement