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Deutsche Telekom - Das Geschäftsjahr 2010

Sonderzahlung Beamte. Im November 2004 hat die Bundesrepublik Deutschland das Erste Gesetz zur Änderung des Postpersonalrechts­ gesetzes (PostPersRG) verabschiedet, das die Notwendigkeit für die Deutsche Telekom und für die anderen Postnachfolgeunternehmen beseitigt hat, den beschäftigten Beamten eine jährliche Sonderzahlung nach dem Bundessonderzahlungsgesetz zu zahlen. Dieses Gesetz wurde in verschiedenen gerichtlichen Instanzen geprüft. Im Dezember 2008 hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, den Fall dem Bundes­ verfassungsgericht zur Normenkontrolle gemäß Artikel 100 Grundgesetz vorzulegen. Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird für Anfang 2011 erwartet. Sollte entschieden werden, dass die Streichung der Sonderzahlung verfassungswidrig war, könnte das für die Jahre 2004 bis Juni 2009 zu einem Nachzahlungsaufwand führen. Abgesenkte Besoldungstabellen. Mit Inkrafttreten des Dienstrechts­ neuordnungsgesetzes am 11. Februar 2009 hat der Gesetzgeber die Beträge, die bisher die jährliche Sonderzahlung nach dem Bundessonder­ zahlungsgesetz darstellten, für alle Bundesbeamtinnen und Bundes­ beamten in das monatliche Grundgehalt integriert. Dies gilt nach §78 Bundesbesoldungsgesetz nicht für die bei den Postnachfolgeunternehmen beschäftigten Beamtinnen und Beamten. Gegen die um den Anteil der Sonderzahlung abgesenkten Besoldungstabellen legten einige Beamte ebenfalls Rechtsmittel ein. In zwei Klageverfahren wurde diese gesetzliche Regelung vom Verwaltungsgericht Stuttgart dem Bundesverfassungs­ gericht zur Prüfung auf Verfassungsmäßigkeit vorgelegt. Daraus könnte ab Juli 2009 Nachzahlungsaufwand entstehen. IT-/NT-Infrastrukturen. Unter Informations­/Netztechnik (IT/NT)­Infrastruktur verstehen wir alle Gebäude (Netzknoten), Kommunikationsdienste (Netzwerk), Hardware und Software, die zur Informationsverarbeitung bereitstehen. Unsere IT­/NT­Ressourcen und ­Strukturen sind also eine organisatorische und technische Plattform, die die Geschäftstätigkeit unseres Konzerns unter­ stützt. IT/NT ist sowohl das zentrale Fundament für die „Gigabit­Gesell­ schaft“ als auch Grundlage für innovative neue TK­Produkte und ­Dienste. Wir wollen die aus dem Betrieb und der Architektur der IT­/NT­Infrastruktur resultierenden Risiken minimieren. Daher betrachten wir die Aspekte Kosten/Nutzen, Qualität und Sicherheit und schöpfen diese optimal aus. Auch im Geschäftsjahr 2010 führten wir umfangreiche Programme durch, um die IT­Systeme und die IT­Infrastruktur an die sich ändernden Kunden­ bedürfnisse und die neuen organisatorischen Anforderungen im Rahmen von „One Company“ anzupassen. 2011 setzen wir diese konzernweiten Programme fort. Bei unzureichender Planung und Steuerung dieser Pro­ gramme könnte es zu Störungen der Geschäftprozesse und somit Umsatz­ ausfall oder Kostensteigerungen kommen. Sechs konzernweite „Next Generation IT“ (NG IT) Programme sind der Rahmen für alle IT­relevanten Anteile in den Transformationsprogrammen des Konzerns. Mit „Next Generation IT“ wollen wir die IT­Strategie um­ setzen und die zukünftige IT­Zielarchitektur des Konzerns implementieren. Schwerpunkt ist dabei, die Applikationen und Infrastruktur zu harmoni­ sieren, zu standardisieren und zu konsolidieren. In konzernübergreifenden Projekten werden Lösungen erarbeitet, z.B. für ein übergreifendes Kunden­ beziehungsmanagement der Zukunft, für die Fakturierung konvergenter Produkte oder die zukünftige IT­Unterstützung der Funktionen Finanzen, Personal, Logistik und Einkauf. Alle aufgesetzten IT­Programme verein­ fachen die IT­Architektur und verbessern u.a. auch die Netzstabilität bzw. reduzieren das Ausfallrisiko, da das Netz effizienter werden wird. Wir ersetzen die vielen verschiedenen heterogenen Architekturen, Zugangs­ arten und Dienste durch eine einheitliche Architektur – mit gemeinsamen Aggregations­, Transport­ und Zugangsebenen. Hier bestehen Risiken, die alle IT­/NT­Systeme und ­Produkte mit Internetanbindung betreffen können. Die IT­/NT­Landschaft ist sehr komplex. Daher würden Störungen, beispiels­ weise zwischen neu entwickelten und bereits bestehenden IT­/NT­Systemen, zu Unterbrechungen von Geschäftsprozessen und Produkten, z.B. bei der Mobiltelefonie, führen. Risiken durch Hackerangriffe, Spammails/Calls, Viren/Trojanersoftware und Netzausfall treten wir mit vielen Maßnahmen entgegen, z.B. Firewalls, Virenscans, technische Frühwarnsysteme (z.B. Entwicklung von Daten­ mengen) und Dopplung von Systemen und Rechenzentren. Außerdem setzen wir organisatorische und technische Notfallmaßnahmen ein, um Schäden zu mindern. Darüber hinaus sind versicherbare Risiken durch ein konzernübergreifendes Versicherungsprogramm abgedeckt. Datenschutz und Datensicherheit. Die Sicherheit und der Schutz von Kundendaten haben für uns höchste Priorität. Schließlich sind sie die Basis jeder vertrauensvollen Kunden­ beziehung. Wie wichtig diese Themen für uns sind, zeigt sich darin, dass wir 2008 ein eigenes Vorstandsressort für Datenschutz, Recht und Compli­ ance geschaffen haben sowie ein umfangreiches Maßnahmenpaket für einen verbesserten Datenschutz, eine erhöhte Datensicherheit und mehr Transparenz. Dieser Bereich stellt sicher, dass wir die notwendigen Maß­ nahmen zu Datenschutz und Datensicherheit sowie Compliance bereichs­ übergreifend abstimmen und konzernweit einheitlich umsetzen. Zudem haben wir einen externen Datenschutzbeirat eingerichtet, der sich aus führenden Datenschutzexperten und Persönlichkeiten aus Politik, Wissen­ schaft, Wirtschaft und unabhängigen Organisationen zusammensetzt. 2010 gab es insgesamt fünf Sitzungen dieses Datenschutzbeirats; für 2011 sind weitere Treffen geplant. 116