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Deutsche Telekom AG - Konzern-Zwischenbericht - 1. Januar bis 30. September 2014

42 Konzern-Zwischenabschluss Konzern-Zwischenbericht 9M 2014 Im Juni 2013 hat das IASB eng gefasste Änderungen zu IAS 39 „Financial Instruments: Recognition and Measurement“ veröffentlicht. Die Änderun­- gen mit dem Titel „Novation of Derivatives and Continuation of Hedge Accounting“ sehen vor, dass Derivate trotz einer Novation weiterhin als Sicherungsinstrumente in fortbestehenden Sicherungsbeziehungen designiertbleiben.UntereinerNovationwerdenSachverhalteverstanden,in denen die ursprünglichen Vertragsparteien eines Derivats übereinkommen, dass ein Zentralkontrahent (Central Counterparty; CCP) an die Stelle ihrer jeweiligen Gegenpartei treten soll. Grundlegende Voraussetzung dafür ist, dass die Einschaltung einer zentralen Gegenpartei bzw. eines Zentralkontra­ henteninfolgerechtlicheroderregulatorischerAnforderungenvorgenommen wird. Das IASB sah einen dringenden Änderungsbedarf nicht zuletzt deshalb, weil sich die G20-Staaten zu einer Verbesserung der Transparenz und Regulierung von nicht an geregelten Märkten gehandelten Derivaten, sog. „Over-the-Counter-Derivaten“ (OTC-Derivaten), auf internationaler Ebene verpflichtethaben.DahermüssennunmehrallestandardisiertenOTC-Derivate mit einer zentralen Gegenpartei abgeschlossen werden. Die Änderungen wurden im Dezember 2013 von der Europäischen Union in europäisches Recht übernommen und sind erstmals rückwirkend für Geschäftsjahre anzu- wenden, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bzw. die Cashflows der Deutschen Telekom. Weitere Informationen zu veröffentlichten, aber noch nicht angewendeten Standards, Interpretationen und Änderungen, sowie Angaben zum Ansatz und zur Bewertung von Bilanzposten als auch zu Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten sind dem Grundlagen- und Methodenteil des Konzern-Anhangs im Geschäftsbericht 2013 zu entnehmen (Geschäftsbericht 2013, Seite 168 ff.). VERÄNDERUNGDESKONSOLIDIERUNGSKREISESUNDTRANSAKTIONEN MIT EIGENTÜMERN. ERWERB DER GTS CENTRAL EUROPE GRUPPE. Der mit einem Konsortium aus internationalen Private Equity-Investoren Anfang November 2013 geschlossene Vertrag zur Übernahme von 100 % der Anteile an der Consortium 1 S.à.r.l (Luxemburg) und damit an der GTS Central Europe Gruppe (GTS) wurde am 30. Mai 2014 vollzogen. Dem Erwerb hatten die zustän­­digen Behörden bereits bis zum 15. April 2014 zugestimmt. GTS ist einer der führenden infrastrukturbasierten Anbieter von Telekommunikations­ diensten in Zentral- und Osteuropa und verfügt über ein weitreichendes Glas­ fasernetz sowie mehrere Rechenzentren. Auf dieser Basis bietet GTS z. B. Sprach- und Datendienste, Virtual Private Networks sowie Cloud-Dienste an. Mit dem Kauf verfolgt die Deutsche Telekom das Ziel, im operativen Segment Europa das lokale und paneuropäische B2B-Geschäft einschließlich interna­ tionaler Wholesale-Kunden zu stärken und weiterzuentwickeln. Die zum Erwerbszeitpunkt übertragene Gegenleistung in Form einer Bar­ zahlung für den Erwerb von GTS beläuft sich auf 301 Mio. €. Zahlungen für den Erwerb wurden insgesamt in Höhe von 539 Mio. € geleistet (siehe Tabelle Cashflow aus Investitionstätigkeit in den Erläuterungen zur Konzern- Kapitalflussrechnung). Der Unterschied bestand im Wesentlichen aus der AblösungvonKreditenderGTSgegenüberDritten,dienichtderübertragenen Gegenleistung hinzuzurechnen waren. Im Vergleich zum 30. Juni 2014 wurden im Wesentlichen Bewertungsgrundlagen bei den aktivierten Kundenstämmen sowie bei den Sachanlagen angepasst. Der angesetzte Goodwill reduzierte sich daher im Zuge der Fortführung der Kaufpreisallokation um 16 Mio. € auf 137 Mio. €. Die Kaufpreisallokation ist zum 30. September 2014 nahezu abgeschlossen. Derzeit werden noch tiefergehende Analysen hinsichtlich wertbestimmender Faktoren im Businessplan einzelner GTS-Einheiten durch- geführt, mit der Folge, dass gegenwärtig nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass sich noch Auswirkungen auf die Bewertung insbesondere der Kundenstämme ergeben könnten. Die Kaufpreisallokation ist gemäß IFRS 3 spätestens ein Jahr nach dem Vollzug der Transaktion abzuschließen. Die zum Erwerbszeitpunkt angesetzten vorläufigen beizulegenden Zeitwerte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden der GTS sind in der folgenden Tabelle dargestellt. in Mio. € Beizulegende Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt AKTIVA   KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 138 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 24 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 41 Andere kurzfristige Vermögenswerte 9 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen 64 LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 592 Immaterielle Vermögenswerte 345 davon: Goodwill 137 davon: Kundenstamm 194 davon: Übrige 14 Sachanlagen 223 Andere langfristige Vermögenswerte 24 VERMÖGENSWERTE 730 PASSIVA KURZFRISTIGE SCHULDEN 383 Finanzielle Verbindlichkeiten 222 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 27 Übrige Schulden 54 Andere kurzfristige Schulden 16 Schulden in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen 64 LANGFRISTIGE SCHULDEN 46 Passive latente Steuern 43 Andere langfristige Schulden 3 SCHULDEN 429 Die Bewertung der aktivierten Kundenstämme basiert auf der Residualwert­ methode (Multi Period Excess Earnings-Methode), deren wichtigste Einfluss- größedieBewertungdererwartetenKundenbindungsdauerist.FürdieKunden- stämme des lokalen und paneuropäischen B2B-Geschäfts der GTS wurde eine Nutzungsdauer von sieben Jahren unterstellt. Kundenstämme, die dem Bereich international Wholesale zugeordnet wurden, haben eine Nutzungs- dauer von 17 Jahren. Die Sachanlagen wurden unter Zugrundelegung aktu- eller Schätzungen der Wiederbeschaffungskosten unter Berücksichtigung eines Abnutzungsabschlags (indirekte Kostenmethode) ermittelt. Bei den erworbenen kurzfristigen Forderungen der GTS wird nicht davon ausge­ gangen, dass es in Zukunft in nennenswertem Umfang zu Zahlungsausfällen kommen wird. Die erworbenen kurzfristigen Forderungen entsprechen damit im Wesentlichen den Bruttobeträgen der vertraglichen Forderungen.

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