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Eignung_Lehrerberuf_neu

11Deutsche Telekom Stiftung  Für den Lehrerberuf geeignet? Frühe Bildung Unterricht & mehr Lehrerbildung Talentförderung Impulse Mecklenburg-Vorpommern. Mecklenburg-Vorpommern hat 2011 im Leh- rerbildungsgesetz festgelegt, dass sich alle Studierenden vor Aufnahme des Studiums einer verpflichtenden Studienberatung zur Eignungs- abklärung unterziehen müssen. Welches Verfah- ren angewendet wird, liegt in der Verantwortung der Hochschulen. 2012 kam das Laufbahnbe- ratungsprogramm CCT (Career Counselling for Teachers) bereits an den Universitäten Rostock und Greifswald im ersten Schritt zum Einsatz. Die Universität Rostock möchte dazu auch for- schen. Derzeit wird darüber beraten, welches Verfahren dauerhaft genutzt wird. Hamburg. Von 2008 bis 2009 führte das Zentrum für Lehrer- bildung der Universität Hamburg gemeinsam mit der ZEIT-Stiftung ein Projekt zur Unterstützung von Lehramtsstudierenden durch mit dem Ziel, sie bei der Reflexion über ihre persönlichen Vor­ aussetzungen für den Lehrerberuf und bei der Umsetzung entsprechender Entwicklungsschritte im Studium zu unterstützen. Ab 2009 wurde das Verfahren überarbeitet und in das Curriculum der Universität Hamburg aufgenommen. Dabei werden die Lehramtsstudierenden im Verlauf des Bachelorstudiums mit Fragen zur Eignung für den Lehrerberuf konfrontiert. Hamburg ver- knüpft die Elemente Selbsterkundung, Beratung (Fremdeinschätzung) und Training, um bei den Lehramtsstudierenden Selbstreflexion, Eigenini- tiative und Kompetenzentwicklung anzuregen. Der Prozess beginnt vor der Immatrikulation mit einer verpflichtenden Selbsterkundung mittels CCT (Career Counselling for Teachers). Die Daten werden seit 2011 als Gruppenergebnisse ausgewertet und an das Zentrum für Lehrerbil- dung Hamburg zurückgemeldet. Im ersten Se- mester folgen dann Übungen und Rollenspiele zur Erprobung des Lehrerverhaltens in Anforde- rungssituationen, die Beobachtungsergebnisse werden den Studierenden zurückgemeldet und besprochen. Im Rahmen des Integrierten Schulpraktikums (ISP) wird für die Studiengänge Lehramt Pri- marstufe und Sekundarstufe I, Gymnasien und Berufliche Schulen ein weiteres Selbsterkun- dungsverfahren angeboten (Fit für den Lehrerbe- ruf – Praktikumsversion). Auf der Basis dieses für Hamburg speziell entwickelten Instruments liefern die schulischen Mentoren eine Fremdeinschät- zung. In einem gemeinsamen Auswertungsge- spräch erfolgt ein Abgleich zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung. Studierende mit gröberen Eignungsmängeln werden zur Teilnahme an einem Lehrertraining verpflichtet; eine freiwillige Teilnahme am Training ist ebenfalls möglich. Die Ressourcen für die Entwicklung, Umsetzung und Evaluation des „Hamburger Modells“ stellten nicht das Land, sondern die ZEIT-Stiftung, die Universität Hamburg und das Zentrum für Lehrer- bildung (Mentorenschulung) bereit. Rechtliche Grundlagen für Verfahren zur Eignungsabklärung. An etlichen Hochschulen und in einigen Bundesländern wurde eine frühzeitige Eignungsabklärung mittels internetbasierter Selbsterkundung oder im Rahmen eines Eignungs- oder Orientierungsprakti- kums instutionalisiert bzw. gesetzlich verankert, wie die vorliegende Studie aufzeigt. Allerdings haben diese Verfahren in der Regel nicht den juristisch abgesicherten Status einer zwingenden Zulassungs- voraussetzung vor Studienbeginn. In den meisten Ländern wie zum Beispiel Nordrhein-Westfalen ist das frühzeitige Absolvieren des Eig- nungspraktikums zwar ausdrücklich gewünscht, dies wird auch so in den Informationsschriften und auf den entsprechenden Webseiten kommuniziert. Aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeiten des Schul-und Wissenschaftsministeriums auf die Phasen der Lehrerbildung kann aber niemand vom Zulassungsverfahren ausgeschlossen werden, wenn er zu Studienbeginn kein Praktikum nachweist. Im Gegenteil: das Praktikum kann während des Studiums nachgeholt werden, in Nordrhein-Westfalen ist das Eignungspraktikum erst zwingende Zulassungsvoraussetzung zum Vorbereitungsdienst. Einige Hochschulen in NRW haben deshalb eigene juristische Maßnahmen ergriffen, damit das Eignungspraktikum sinnvollerweise vor oder zu Studienbeginn durchlaufen wird. Zudem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer frühzeitigen Nutzung der Eignungsabklärungsverfahren, wenn diese systematisch in die Lehrerausbildung eingebunden werden und auf Selbsterkundungsergebnisse im Studium Bezug genommen wird, wie die Erfahrungen aus den Ländern mit gesetzlich verankerter Eignungs­abklärung zeigen.

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