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Eignung_Lehrerberuf_neu

15Deutsche Telekom Stiftung  Für den Lehrerberuf geeignet? Frühe Bildung Unterricht & mehr Lehrerbildung Talentförderung Impulse Hessen. Einen anderen Weg hat das Bundesland Hessen gewählt: Zwar gibt es ein verpflichtendes vierwö- chiges Orientierungspraktikum, das nach Mög- lichkeit vor dem Studium absolviert werden soll. Das Orientierungspraktikum dient aber nicht der Eignungsabklärung, sondern dazu, Erfahrungen in außerschulischen pädagogischen Berufsfel- dern zu sammeln. Darüber hinaus kümmern sich verschiedene Bundesländer unabhängig von einer gesetz- lichen Verankerung um die Orientierung und Eignungsabklärung der Studieninteressierten, indem sie umfangreiche Broschüren (Beispiel Hessen und die Universität Jena in Thüringen) oder Internetportale zur Verfügung stellen, auf denen sich neben Informationen über die Be- sonderheiten des Lehrerberufs im eigenen Land auch Links auf Angebote zur Selbsterkundung und Beratung finden (z. B. auf www.studieren- in-niedersachsen.de). Mit Blick auf die Bundesländer, in deren Lehrer- ausbildungsgesetzen sich keine Hinweise auf die Thematik der Berufseignung finden lassen, zeigt sich, dass gerade die Hochschulen der kleineren Länder wie Bremen, Brandenburg, Saarland und Sachsen-Anhalt besonders aktiv in der Gestaltung der Bewerbungsphase unter Aspekten der Eignungsabklärung sind. Die Vermutung liegt nahe, dass es diesen Ländern – sie haben meist nur ein bis vier lehrerausbil- dende Hochschulen – sinnvoller scheint, die Initiative und Gestaltung zu Verfahren der Eig- nungsabklärung in die Hände der Hochschulen zu legen. Dadurch wird es allerdings schwerer, die Lehrerbildung über alle Phasen hinweg kontinuierlich zu betrachten und entsprechend über die Institutionen hinweg abgestimmt zu konzipieren. Gestärkt werden hingegen die Selbstverantwortung und individuelle Lösungs- findung der Hochschulen. Niedersachsen. Unter den Ländern ohne gesetzliche Veranke- rung von Eignungsüberprüfung bzw. Reflexion nimmt Niedersachsen eine Sonderstellung ein. Auf Grundlage eines 2010 entstandenen Gut- achtens kam das niedersächsische Kultusminis- terium zu dem Schluss, dass die Qualität zukünf- tiger Lehrkräfte nicht durch Auswahlverfahren und singuläre Eignungsuntersuchungen vor Studienbeginn gesichert werden kann. Vielmehr seien die Rahmenbedingungen für den Kom- petenzerwerb im Studium so zu gestalten, dass die Studierenden in der Auseinandersetzung mit den Anforderungen des Berufsfeldes kontinuier- liche Rückmeldungen über ihre Lernfortschritte erhalten. Das Bundesland hat sich daher gegen die landesweite institutionelle Verankerung der Eignungsabklärung entschieden und es den einzelnen Hochschulen anheimgestellt, entspre- chende Initiativen zu ergreifen. Ab dem Wintersemester 2013/14 wird in Nie- dersachsen eine kontinuierliche Eignungsabklä- rung im neu konzipierten Masterstudium „GHR 300“ umgesetzt, verknüpft mit der Nutzung des Instruments Portfolio und der Bereitstellung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten zur Selbstreflexion. Damit einher geht eine stärkere Verzahnung von Universitäten, Studiensemi- naren und Schulen und eine Ausweitung der Praxiszeiten. Bundesländer ohne gesetzliche Vorgaben. Ein Praxisbeispiel: Der Schülercampus. Mit dem 2008 in Hamburg initiierten viertägigen Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ will die ZEIT-Stiftung – gemeinsam mit Bildungsexperten, Schulpolitikern, Schulleitungen, Lehrkräf- ten und Lehramtsstudierenden – Oberstufenschülern mit Migrationshintergrund ein realistisches Bild vom Lehrerberuf vermitteln und sie für diesen motivieren. Die jeweils 30 Teilnehmenden erfahren umfassend, was den Lehrerberuf ausmacht. Inzwischen haben sich fünf Kernbestandteile für das Programm herausgeschält: n Informationen zu Ausbildung und Beruf n Eignung thematisieren n Bilder von Lehrerberuf und Schule vermitteln n Gute Schule erleben und reflektieren n Das Gruppenerlebnis stärken und Netzwerke vorbereiten Bei der Thematisierung der Eignung wird auf Selbsterkundung, zumeist mit dem Programm CCT (Career Counselling for Teachers), und Beratung durch Lehrkräfte mit Migrationshintergrund gesetzt. Der Schülercampus wurde in der Anfangszeit in Kooperation mit den Schulministerien verschiedener Bundesländer (Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Bayer n, Niedersachsen, Bremen) durchgeführt. Inzwischen sind einzelne Hochschulen (zum Beispiel München, Nürnberg, Dortmund, Hildesheim, Lüneburg, Bremen, Oldenburg, Hamburg, Berlin) für das Vorhaben verantwortlich, damit die Schüler möglichst frühzeitig in Kontakt mit ihrem späteren Lernort treten. Die Bundesländer und Hochschulen stellen für den Schülercampus Ressourcen wie Personal, Expertise und Räumlichkeiten zur Verfügung. www.mehr-migranten-werden-lehrer.de

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