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Eignung_Lehrerberuf_neu

21Deutsche Telekom Stiftung  Für den Lehrerberuf geeignet? Frühe Bildung Unterricht & mehr Lehrerbildung Talentförderung Impulse Beispiele aus der Hochschulpraxis. Von Selbsterkundung bis Auswahlverfahren. Verpflichtende internetbasierte Selbst­ erkundung in der Bewerbungsphase: Aachen und Freiburg Während fast alle Hochschulen die freiwillige Nutzung der Verfahren befürworten, die sich hochschul- und länderübergreifend auf das Berufsfeld Lehramt beziehen (z. B. CCT, Fit für den Lehrerberuf), gibt es einige Hochschulen, die diese Verfahren zur verpflichtenden Voraus- setzung für die Zulassung machen. So ist CCT für ein Lehramtsstudium an den Hochschulen Greifswald, Hamburg, Lüneburg, Magdeburg und Rostock verpflichtend. Der Beleg muss dem Zulassungsantrag beigelegt werden. Darüber hinaus gibt es einzelne Hochschulen, die selbst Self-Assessments entwickelt haben und diese verpflichtend machen. Ein Beispiel dafür ist die Universität Freiburg, die ein Studi- enorientierungsverfahren (Online Studienwahl Assistent, www.studium.uni-freiburg.de/ studieninteressierte/osa) entwickelt hat, das auch den Lehrerberuf berücksichtigt. Das Absol- vieren des Verfahrens ist für alle grundständigen Studiengänge inklusive Lehramt verpflichtend. Die einzelnen Verfahren sind fächerspezifisch konzipiert und dienen der Selbstreflexion, die konkreten Ergebnisse haben keine Auswirkung auf die Zulassung. Das Self-Assessment enthält verschiedene simulative Komponenten, zum Bei- spiel Videoclips und Experteneinschätzungen. Auch die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen hat verschiedene Self-Assessments entwickelt und verpflichtend in die Bewerbungsphase aufgenommen. Das Studienfeld-Self-Assessment für den Lehrerberuf dient der Orientierung und soll Interessierte bei ihrer Studienwahl unterstützen sowie zur weiteren Beratung anregen. Innerhalb von 90 bis 120 Minuten werden online verschiedene Fragen und Problemaufgaben aus den Studien­ fächern gestellt. Am Ende folgen eine Rück- meldung über eigene Stärken und Schwächen sowie weitere Hinweise zur Studienberatung und Fachinformationen. Selbsterkundung in der Oberstufe: Hamburg, Frankfurt und das Saarland Viele Hochschulen bieten Berufsinformations- tage für Studieninteressierte an und halten umfangreiche Studieninformationen im Internet bereit. Daneben gibt es einzelne Hochschulen, die versuchen, sehr frühzeitig und mit gezielten Maßnahmen Oberstufenschüler für den Lehrer- beruf zu gewinnen. Beispiele hierfür sind der Schülercampus zur Rekrutierung von Lehrkräf- ten mit Migrationshintergrund (siehe Seite 15) und das Angebot „Back to School“ der Universi- tät Frankfurt am Main. Die Universität des Saarlands richtet sich mit einem selbst entwickelten Online-Verfahren für Lehramtsstudiengänge, dem „Erwartungs- check“, an Schüler. Diese können ihre Erwartun- gen an das Studium mit den realen Anforderun- gen abgleichen und erhalten eine individuelle Rückmeldung. Die Aussagen zu den Anforde- rungen werden durch kurze Informationstexte mit Erklärungen von Experten und Studierenden untermauert. Als Ergänzung zum universitären Projekt der Eignungsberatung haben die ZEIT-Stiftung und das Zentrum für Lehrerbildung der Universität Hamburg ein Beratungsmodul entwickelt, das auch Oberstufenschülern die Gelegenheit bieten soll, sich fundiert und praxisnah über den Lehrerberuf bzw. das Lehramtsstudium zu informieren und dabei gezielt die Frage der Eignung zu thematisieren. Das Beratungsmodul besteht aus zwei Teilen – einem internetba- sierten Selbsterkundungsverfahren (CCT) und einem Beratungsgespräch durch die Lehrkraft oder das Zentrum für Lehrerbildung. Für das Beratungsmodul stehen Anleitungen und Hilfen für Schulen zur Verfügung. Hochschuleigene Verfahren in Entwicklung. An der Universität Paderborn wird gerade ein „LehramtsNavi“ (Beratungsorientiertes Self-­ Assessment am Übergang zum Lehramtsstu- dium) entwickelt, mit dem zukünftig Stärken- Schwächen-Analysen vor Aufnahme des Studi- ums oder spätestens zu Studienbeginn möglich sein sollen. Ziel ist es, durch Angebote frühzeitig die für ein erfolgreiches Studium und Berufsle- ben erforderlichen Lern- und Arbeitsstrategien sowie psychosozialen Kompetenzen zu stärken. Über den geplanten Verpflichtungsgrad des ­Instruments ist derzeit noch nichts bekannt. Einen anderen Weg versucht die LMU München mit ihrem Projekt „Risiko-Check für Lehramtsstu- dierende“. Die noch zu entwickelnde Internet- plattform basiert auf den Dimensionen des „Fit für den Lehrerberuf (FIT)“ und den Ergebnissen der Lehrerbelastungsforschung, könnte zukünf- tig zur Selbstselektion vor dem Abitur eingesetzt werden und soll verpflichtend von Lehramtsstu- dierenden in Anspruch genommen werden, die wegen schwerwiegender Probleme in die Studi- enberatung gehen.

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