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Eignung_Lehrerberuf_neu

22 Deutsche Telekom Stiftung  Für den Lehrerberuf geeignet? Darüberhinaus gibt es einige Hochschulen, deren Studierende nach dem 1. Semester ein Orientierungspraktikum mit dem ausdrücklichen Ziel der Eignungsabklärung absolvieren müssen (zum Beispiel alle Hochschulen in Rheinland- Pfalz und die Universität des Saarlandes). Dieses Praktikum konnte in dieser Studie nicht berücksichtigt werden, weil es außerhalb des erhobenen Zeitraums liegt (vgl. die Beschrei- bung auf Seite 16). Auch zeichnet sich ab, dass zunehmend mehr Hochschulen die Eignungs- abklärung zum Ziel späterer Praxisphasen im Studium machen, zum Beispiel an der Pädago- gischen Hochschule Weingarten oder beim Pra- xissemester der Otto-von-Guericke-Universität- Magdeburg. In manchen Fällen geht dabei eine frühzeitige Eignungsabklärung vor Studienbeginn voraus, in anderen Fällen wird ausschließlich die späte Eignungsabklärung in Praxisphasen umgesetzt. Fächerspezifische Selbsterkundung: Bremen, Jena und Stuttgart/Karlsruhe Die Universität Bremen hat für die Bewerbungs- phase verschiedene fächerspezifische Self-As- sessments entwickelt, die als verpflichtende Zu- gangsvoraussetzung auch für Lehramtsstudie- rende eingesetzt werden. Die Self-Assessments der Fächer Geografie und Politikwissenschaften legen den Fokus auf die Abstimmung individu- eller Erwartungen mit den Anforderungen des Studiums. Der Fachbereich Mathematik ermög- licht Studieninteressierten die Selbsteinschät- zung der eigenen mathematischen Fähigkeiten und rät bei sehr schlechten Ergebnissen von einem Studium ab. Die Durchführung der Self- Assessments für die genannten Fachbereiche ist verpflichtend, die Ergebnisse haben aber keinen Einfluss auf die Zulassung. Auch die Universität Jena hat für das Fach Politikwissenschaft ein verpflichtendes Self- Assessment eingeführt. Einen ähnlichen Weg gehen die Universität Stuttgart und das Karlsruher Institut für Tech- nologie. Als Gemeinschaftsprojekt wurde das MINT-Kolleg Baden-Württemberg (www.mint- kolleg.de) entwickelt. Das MINT-Kolleg ist ein Propädeutikum, das heißt, eine Einrichtung zur Verbesserung der fachlichen Voraussetzungen und Kenntnisse in der Übergangsphase von der Schule bis zum Fachstudium in den MINT- Fächern. Das Kolleg steht auch künftigen Lehr- amtsstudierenden offen. Es steht ein Online-Test zur Verfügung, der dazu dient, Wissen zu über- prüfen und dabei unterstützt, die persönliche Neigung und Eignung für die Studiengänge in den MINT-Fächern selbst einzuschätzen. Der Online-Test ist freiwillig für alle an den MINT- Fächern Interessierten, aber verpflichtend für die Zulassung zum MINT-Kolleg. Eingangspraktikum: Jena In Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-­ Württemberg (dort für das gymnasiale Lehramt) ist ein Praktikum mit dem ausdrücklichen Ziel der Erkundung der Eignung und Neigung für den Lehrerberuf gesetzlich vorgeschrieben. Auch in Bundesländern ohne gesetzliche Vor- gabe sehen einzelne Universitäten eine Praxis- phase als Voraussetzung für die Zulassung zum Lehrerberuf vor. Das betrifft alle Hochschulen, die für das berufsbildende Lehramt ausbilden. Hier sind eine abgeschlossene Berufsausbil- dung, eine längere berufspraktische Tätigkeit oder ein umfangreiches Praktikum zur Voraus- setzung für die Aufnahme des Studiums obliga- torisch. An der Universität Jena wurde mit Beginn des Wintersemesters 2007/2008 ein Eingangs- praktikum eingeführt als Reaktion auf Untersu- chungsergebnisse, wonach mehr als die Hälfte aller Lehramtsstudierenden vor Aufnahme des Studiums noch keine intensiveren pädagogi- schen Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen hatten. Die Dauer des nachzuwei- senden Eingangspraktikums beträgt 320 Stun- den. Es sollte in der Regel vor dem Studium absolviert, kann aber bis zum Praxissemester nachgeholt werden. Als Eingangspraktikum wird jede Art der pädagogischen Tätigkeit und des Umgangs mit Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre anerkannt. Dazu zählen der von Schulen oder Institutionen organisierte Nach- hilfeunterricht, die Betreuung von Kindern und Jugendgruppen in Vereinen oder sonstigen Institutionen, die Betreuung von Ferienfreizeiten, die Arbeit in ­Kindergärten und Horten oder die pädagogische Betreuung von Kindern in Krankenhäusern. Das Praktikum muss in einem Bericht dokumentiert werden. An manchen Hochschulen (Beispiel Hannover) ist auch ein verpflichtendes Eignungspraktikum für den Bachelorstudiengang Sonderpädagogik vor Studienbeginn zu absolvieren.

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