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Eignung_Lehrerberuf_neu

31Deutsche Telekom Stiftung  Für den Lehrerberuf geeignet? Frühe Bildung Unterricht & mehr Lehrerbildung Talentförderung Impulse Resümee. Zwei unterschiedliche Strategien. Eines zeigt die vorliegende Bestandsaufnahme auf jeden Fall: In Deutschland gibt es eine zuneh- mende Zahl an bemerkenswerten Praxisbeispie- len in den Ländern und an den Hochschulen. Die systematische Auswertung der dabei gemachten Erfahrungen sowie die Berücksichtigung von Praktiken und Befunden aus anderen Staaten könnten wesentliche Impulse für Weiterentwick- lungen geben – nicht nur bezüglich der Abklä- rung und Reflexion der Eignung, sondern auch bezüglich einer qualitätsvollen Lehrerbildung. Erste Entwicklungen zeichnen sich seit der Erstauflage dieser Studie im Mai 2012 schon ab. Dazu gehört zum einen die 2013 erstmals an einer deutschen Hochschule umgesetzte systematische Verknüpfung von Selbstselektion, Selbsterkundung und Fremdselektion in einem gestuften Bewerbungsverfahren in Lüneburg, die aufschlussreiche Forschungsbefunde erwarten lässt. Dazu gehört aber auch der länderübergrei- fende Ansatz eines gemeinsamen Verständnisses von Eignungsabklärung im Lehrerberuf, der im März 2013 in eine Empfehlung der Kultus- ministerkonferenz mündete. Wenn die in dem KMK-Positionspapier genannten Empfehlungen zu einer ausbildungsbegleitend angelegten, curricular verankerten und Kompetenzen entwi- ckelnden Eignungsabklärung in den 16 Bundes- ländern umgesetzt und in Bezug auf ihre Wirkung evaluiert werden, ist ein wichtiger Schritt zu einer qualitätsvollen Lehrerbildung getan. Betrachtet man die vorliegende Länder- und Hochschulrecherche im Überblick, lassen sich zwei unterschiedliche Strategien erkennen. Auf der einen Seite finden sich die Bundesländer, die die Eignungsabklärung, Beratung oder Auswahl für den Lehrerberuf gesetzlich verankert haben und zum Teil auch erhebliche Mittel dafür bereit- stellen. Diese Strategie ermöglicht es, die Lehrerbildung über alle Phasen hinweg als Kontinuum zu be- trachten und entsprechend über die Institutionen hinweg abgestimmt zu konzipieren. Erschwerend wirkt sich dabei aus, dass sich in vielen Ländern die Verantwortung für die Lehrerbildung auf zwei Ministerien verteilt. Das Wissenschaftsministeri- um ist für den universitären Teil der Ausbildung zuständig, das Schulministerium für die Schul- praktika und die Berufseinstiegsphase. Diese Konstruktion erfordert aufwendige Aushand- lungsprozesse zwischen den Ministerien bzw. zwischen Hochschulen und Studienseminaren. Einige der betroffenen Länder bzw. Hochschulen haben sich bereits auf den Weg gemacht, um solche Abstimmungen zumindest bezüglich der Eignungsabklärung und Beratung vorzunehmen, indem sie zum Beispiel auch im Studium Selbst- erkundungsverfahren einsetzen oder ein im Zuge der Studienwahl begonnenes Portfolio auch im Verlauf des Studiums fortführen lassen. Auf der anderen Seite finden sich die Bundeslän- der, die es ihren Hochschulen anheimstellen, wie sie mit der Frage nach der Eignungsabklärung umgehen. Für Studienbewerber erschwert das die Orientierung, zugleich eröffnet es den Hoch- schulen den Spielraum, eigene Schwerpunkte zu setzen und standortgerechte Lösungen für die Laufbahnberatung, die Eignungsabklärung und eventuell auch die Bewerberauswahl zu entwickeln. Literaturempfehlungen. Für detailliertere Angaben zu den beschriebe- nen Verfahren der Beratung und Eignungsabklä- rung, insbesondere zu deren theoretischen und empirischen Grundlagen sowie zu den bisher vorliegenden Evaluationsergebnissen, wird auf die Fachliteratur verwiesen. Einen guten Über- blick ermöglichen die folgenden Sammelbände bzw. Themenhefte: n Beiträge zur Lehrerbildung (2006, Heft 1): Re- krutierung, Eignungsabklärung und Selektion für den Lehrerinnen- und Lehrerberuf. n Journal für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (2007, Heft 2): Auswahlverfahren auf dem Weg zu guten Lehrerinnen und Lehrern. n Lehrerbildung auf dem Prüfstand (2011, Heft 1): Ein Lehramtsstudium beginnen: Laufbahnberatung, Bewerberauswahl und erste Schritte im Qualifizierungsprozess. n Nolle, T. (2013): Psychosoziale Basiskompe- tenzen und Lernorientierung bei Lehramts­ studierenden in der Eingangsphase des Lehr­amtsstudiums. Eine Untersuchung im Rahmen des Studienelements „Psychosoziale Basiskompetenzen für den Lehrerberuf“ an der Universität Kassel. Bad Heilbrunn: Klinkhardt n Schuler, H. & Hell, B. (2008): Studierenden- auswahl und Studienentscheidung. Göttin- gen: Hogrefe. n Seminar (2008, Heft 2): Entwicklungslinien in der Lehrerbildung – Berufseignung, Berufs- eingangsphase. n Weyand, B., Justus, M. & Schratz, M. (Hrsg.) (2012): Auf unsere Lehrerinnen und Lehrer kommt es an. Geeignete Lehrer/-innen gewin- nen, (aus-)bilden und fördern. Essen: Edition Stifterverband. n Zeitschrift für Pädagogik (2011, Heft 5): Eignungsabklärung angehender Lehrerinnen und Lehrer.

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