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Eignung_Lehrerberuf_neu

5Deutsche Telekom Stiftung  Für den Lehrerberuf geeignet? Frühe Bildung Unterricht & mehr Lehrerbildung Talentförderung Impulse 1. Über welche Kompetenzen sollte eine Lehr- kraft verfügen? 2. Was kann sie im Studium lernen? 3. Welche Voraussetzungen sollte sie für das Studium mitbringen? 4. Ist allen, die ein Lehramtsstudium aufnehmen, klar, worauf sie sich einlassen? 5. Wie können (angehende) Lehramtsstudieren- de ihre eigenen Vorstellungen vom Lehrerberuf und ihre Eignung für diesen abklären bzw. was können Bildungsverwaltungen und Hochschu- len zu dieser Abklärung beitragen? Als Deutsche Telekom Stiftung hat uns interes- siert, ob die Länder, die für die Ausgestaltung der Lehrerbildung zuständig sind, und die Hochschulen, die Lehrkräfte ausbilden, diese Fragen im Blick haben und wie sie vor allem die fünfte Frage zu beantworten versuchen. Deshalb haben wir Dr. Birgit Nieskens von der Leuphana Universität Lüneburg und Dr. Heike Demarle-Meusel von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt beauftragt, mit Blick auf das Lehr- amtsstudium in Deutschland eine Bestandsauf- nahme zur Eignungsabklärung, Beratung und Bewerberauswahl zu erstellen. Die Ergebnisse sind sehr aufschlussreich. Die Analyse zeigt auch, dass die Landschaft insgesamt ausgesprochen heterogen ist. Nur wenige Hochschulen setzen auf eine belastbare Beurteilung der Studienbewerber oder ­-anfänger schon vor oder zu Beginn des Studiums, die Mehrheit der Einrichtungen nutzt Verfahren zur Information, Selbstreflexion und fördert die Aus- einandersetzung mit den Berufsanforderungen. Es gibt viele Ansätze von guter Praxis, deren Wirksamkeit aber noch durch Forschung belegt werden muss. Darüber hinaus bleibt abzuwar- ten, wie die in sechs Bundesländern verankerte Eignungsabklärung an den jeweiligen Hoch- schulen umgesetzt wird und welche Effekte dies auf die Lehrerausbildung hat. Die Studie wurde im Mai 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie hat seitdem eine umfangreiche Verbreitung erfahren und vielfältige Resonanz ausgelöst. Unter anderem fand sie Berücksichti- gung beim im November 2012 veröffentlichten „Monitor Lehrerbildung“ sowie bei der Erarbei- tung einer im März 2013 veröffentlichten Emp- fehlung der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Auf die Frage, was eine gute Lehrerin oder ei- nen guten Lehrer auszeichnet, gibt es viele Ant- worten: fachliches, fachdidaktisches und erzie- hungswissenschaftliches Wissen, Kompetenzen im Classroom-Management, Diagnosefähigkeit, Einfühlungsvermögen, Begeisterung – die Liste ließe sich fortsetzen. Welche dieser Haltungen und Kompetenzen aus ganz verschiedenen Bereichen Lehramtskandidatinnen und -kandi- daten bereits mitbringen müssen und welche während des Studiums oder im Berufsleben erlernt werden können, darüber gibt es unter- schiedliche Meinungen. Ebenso darüber, wie wichtig die einzelnen Komponenten sind und wie sie zusammenhängen. Öffentlich diskutiert wurden in letzter Zeit vor allem die Forschungsergebnisse zu diesem The- ma von Professor Udo Rauin (Goethe-Universität Frankfurt am Main), die Resultate der COACTIV- Studie, die von Professor Jürgen Baumert (Max- Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin) koordiniert wurde, und die Befunde aus der Stu- die TEDS-M, die unter Leitung von Professorin Sigrid Blömeke (Humboldt-Universität zu Berlin) stattfand. Baumert und sein Expertenteam machten darauf aufmerksam, dass insbesonde- re fachliche in Verbindung mit fachdidaktischen Kompetenzen eine Grundlage für einen guten Unterricht bieten. Defizite im Fachlichen ließen sich nicht kompensieren, so das Urteil. Professorin Blömeke und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten ergänzend dazu deut- lich machen, dass diese Kompetenzen entschei- dend im Studium gefördert werden. Fachliche und fachdidaktische Kompetenzen allein aber reichen nicht aus: Professor Rauin erregte Auf- sehen mit der empirisch fundierten Hypothese, dass es ganz wesentlich auch auf die Studien- und Berufsmotivation ankommt – Lehrkräfte, die sich ihren Aufgaben nicht gewachsen zeigen, wählten ihren Beruf oft wegen vermeintlich geringer Anforderungen und waren schon im Studium nur halbherzig dabei. Das sind drei Beispiele für den Stand der Debat- te, die durch weitere ergänzt werden könnten. Sie zeigen, dass es sinnvoll ist, sich mit fünf Fragen zu beschäftigen: Vorwort. Ekkehard Winter Eignungsabklärung. Diese Empfehlung ist in der nun vorliegenden zweiten, aktualisierten Auflage der Studie bereits berücksichtigt. Wir empfehlen die Untersuchung Ihrer Lektüre und freuen uns, wenn die Ergebnisse auch wei- terhin die Grundlage für anregende Gespräche über die Lehrerbildung in Deutschland bieten. Dr. Ekkehard Winter Geschäftsführer Deutsche Telekom Stiftung

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