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Eignung_Lehrerberuf_neu

7Deutsche Telekom Stiftung  Für den Lehrerberuf geeignet? Frühe Bildung Unterricht & mehr Lehrerbildung Talentförderung Impulse stieg, würde zum Beispiel der Passus über die Lehrerausbildung entfallen, da diese bereits abgeschlossen ist und damit keine Gelegenheit mehr besteht, in ihr etwas zu lernen. Derzeit ist die Situation zur Eignungsfeststellung in den Bundesländern und an den Hochschulen sehr heterogen. Eine Vielzahl unterschiedlicher Strategien wird erprobt, bereits bestehende Verfahren wie Online-Self-Assessments werden institutionalisiert, weitere Verfahren entwickelt. Was bisher fehlte, ist eine systematische Erfas- sung des Ist-Zustandes mit Blick auf Eignungs- abklärung, Beratung und Auswahl für das Lehr- amtsstudium. Im Mai 2012 wurde eine solche Bestandsaufnahme erstmals versucht. Nunmehr wird eine um aktuelle Entwicklungen ergänzte zweite Fassung vorgelegt. Ziel ist es, die ver- schiedenen Ansätze zu vergleichen, aktuelle Trends zu erkennen und wünschenswerte Ent- wicklungsrichtungen identifizieren zu können. Die Analyse gliedert sich in zwei Teile: Teil 1 beleuchtet die Frage nach der gesetzlichen Verankerung der Eignungsabklärung, Beratung und Auswahl für den Lehrerberuf in den Bun- desländern. Teil 2 gibt einen Überblick über die Initiativen der Hochschulen. Dr. Birgit Nieskens Zentrum für Angewandte Gesundheits- wissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg Dr. Heike Demarle-Meusel Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt Birgit NieskensHeike Demarle-Meusel KMK-Empfehlung zur Eignungsabklärung in der ersten Phase der Lehrerausbildung. Im März 2013 veröffentlichte die Kultusministerkonferenz (KMK) eine Empfehlung, mit der sie ein län- derübergreifendes Verständnis der Eignungsabklärung für den Lehrerberuf anregen ­möchte: „Eignung meint das Vorliegen von Dispositionen, die erwarten lassen, dass eine Person nach Durchlaufen der Lehrerbildung den Lehrerberuf kompetent ausüben wird.“ Damit knüpft die KMK an die Definition von Eignungsabklärung an, die auch in der vorliegenden Studie der Telekom-Stiftung verwendet wird. Die KMK-Empfehlung betont, dass Eignungsabklärungsverfahren die Unterstützung von (Selbst-) Reflexionsprozessen über das Berufsziel Lehramt zum Ziel haben und nicht auf die Selektion von Bewerbern für Studienplätze oder den Vorbereitungsdienst ausgerichtet sein sollen. Eignungsab- klärungsverfahren sollen auch Aussagen über die Kompetenzentwicklung während der Ausbildung ermöglichen und die Kompetenzentwicklung unterstützen. Die Instrumente zur Eignungsabklärung werden in drei Kategorien zusammengefasst: (1) Instrumente mit dem Ziel der Information und Beratung zur Studien- und Berufswahl vor dem Studium, (2) Instru­ mente, die eine Rückmeldung über die Kompetenzentwicklung während des Studiums zum Ziel haben und (3) Instrumente, die Entwicklungs- und Umstiegsmöglichkeiten im und nach dem Studium aufzeigen. Die Kultusministerkonferenz sieht in der Implementierung systematischer Eignungsabklärungsver- fahren insbesondere vor oder in der ersten Phase der Lehrerausbildung einen wichtigen Beitrag zur ­qualitativen Weiterentwicklung der Lehrerbildung und empfiehlt, (1) systematische Eignungsab­ klärungsverfahren mittels einer Kombination aus den genannten Instrumenten vorzusehen, (2) deren Einsatz in Bezug auf die Wirkung zu evaluieren und (3) die Instrumente curricular so zu verankern, dass von ihnen auch Impulse für die Entwicklung der professionellen Kompetenz der Studierenden ausgehen können.

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